Bienen

Von der fleißigen Arbeiterin bis zur Königin im Volk – hier dreht sich alles um die faszinierende Welt der Bienen.

Bienen – unverzichtbar für Natur und Mensch

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren unserer Erde. Weltweit gibt es über 20.000 Bienenarten, allein in Deutschland mehr als 560. Die Honigbiene ist dabei nur eine Art unter vielen. Gemeinsam mit den zahlreichen Wildbienen leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Rund 80 % unserer heimischen Blütenpflanzen sind ganz oder teilweise auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Viele Obst- und Gemüsesorten sowie zahlreiche Wildpflanzen würden ohne Bienen deutlich weniger Früchte und Samen bilden. Die Bestäubungsleistung der Bienen ist daher für die biologische Vielfalt, stabile Ökosysteme und unsere Ernährung von großer Bedeutung.

Ein Honigbienenvolk besteht im Sommer aus bis zu 50.000 Tieren. Gemeinsam sammeln sie Nektar, Pollen, Wasser und Propolis und erzeugen daraus wertvolle Bienenprodukte wie Honig und Wachs. Noch wichtiger als diese Produkte ist jedoch ihre Rolle als Bestäuber.

Heute stehen Bienen vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel verändert Blühzeiten und Wetterabläufe, lange Trockenperioden und Extremwetter erschweren die Nahrungssuche. Hinzu kommen Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe, neue invasive Arten wie die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) sowie Belastungen durch den Verlust von Lebensräumen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Umso wichtiger ist es, Bienen und ihre Lebensräume zu schützen – für die Natur und für kommende Generationen.

Bestäubungsleistung – Grundlage unserer Ernährung

Die Bestäubung durch Bienen ist eine der wichtigsten Leistungen der Natur. Beim Sammeln von Nektar und Pollen übertragen Bienen Blütenstaub von Pflanze zu Pflanze und ermöglichen so die Bildung von Früchten und Samen. Viele Obst-, Gemüse- und Wildpflanzen sind auf diese Hilfe angewiesen. Ohne Bienen gäbe es deutlich weniger Äpfel, Kirschen, Beeren und viele andere Lebensmittel. Gleichzeitig sichern sie die Vermehrung zahlreicher Wildpflanzen und tragen damit wesentlich zur Artenvielfalt und zum Erhalt unserer natürlichen Lebensräume bei.

Bienen als Bestäuber

Bienen sammeln Nektar und Pollen von Blüten sowie Honigtau zur Ernährung des Bienenvolks und der Aufzucht der Brut. Überschüsse werden eingelagert und reifen durch den Einsatz bieneneigener Enzyme zu Honig. Dieser dient als Reserve für die Wintermonate, in denen die Bienen nicht sammeln können. Von den Imkern kann der Honig entnommen und durch Zuckerprodukte ersetzt werden, ohne dass dem Bienenvolk ein Schaden entsteht.

Wirtschaftlicher Nutzen

Rund 80 % der 2.000 bis 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Auch bei Obst und Gemüse profitiert der Mensch deutlich, denn Erträge und Qualitätsmerkmale wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt, Keimkraft, Fruchtbarkeit und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert.

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Dies sind rund 2 Mrd. Euro jährlich in Deutschland und 70 Mrd. US-Dollar weltweit. Damit nimmt die Honigbiene den 3. Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Die Geschichte der Bienen (Alexander Titz, 2010)